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Filmleidenschaft - eine etwas andere Sicht deutscher Veröffentlichungen...
#1

Hm, ja, hier gibt es ja auch einen Bereich für Filme. Und Filme sind neben Spielen meine größte Leidenschaft im Bereich der Medien. So groß, daß ich viel Geld ausgebe fürs sammeln, und dafür auch viel erwarte. Oft leider mehr, als uns die Firmen fürs deutsche Heimkino geben können oder wollen. Was viele Gründe hat. Inzwischen hab ich einen ganz guten Blick auf die Hintergründe, durch verschiedene Kontakte - auch bis in die Etagen der Vertriebsleitungen diverser Firmen, doch was sich daraus ergab ist teilweise gar nicht lustig.
Ich möchte den Bericht, den ich dazu verfaßt habe, auch mal gern hier posten. Nicht um zu streiten, nicht um zu provozieren, da ich weiß, daß ich mit meiner Meinung zumeist gegen den Strom schwimme. Sondern um Infos zu geben und eine Meinung zu vertreten, die einiges hinterfragt, was die meisten nicht tun. Weil es sie schlicht nicht interessiert, wie ich immer wieder höre.
Mich aber schon. Und vielleicht auch andere. Dafür schreib ich das, vielleicht liest es der eine oder andere ja mal unvoreingenommen... Big Grin


Einführung

Okay, dies wird ein ungewöhnlicher Bericht, wie ich ihn bisher noch nicht gemacht habe. Aber manchmal geht das Leben mit einem auch ungewöhnliche Wege, und man erkennt und lernt Dinge, die man selbst bisher nicht für möglich gehalten hat. So ist es mir ergangen, und das mit einer meiner größten Leidenschaften überhaupt, dem Film. Zwar hatte mir die finanzielle Lage da einen Strich durch die Rechnung gemacht, daß ich nicht mehr so sammeln kann, wie ich gerne möchte, aber das ändert nichts an meiner eigentlichen Leidenschaft. Und an meiner Einstellung zum Thema Film...

Es ist bekannt, seit ich mich mit dem Thema Qualität beschäftige, schon zu Zeiten von VHS, sind für mich Bild- und Tonqualität von entscheidender Bedeutung. Der beste Film taugt für mich nichts, wenn er ein falsches Bild- und/oder Tonformat hat, was hier in Deutschland, mit der deutschen Synchronisation, leider keine Seltenheit ist. Und viel später kam dann noch das Thema der Zensur dazu, wo wir ebenfalls in Deutschland sogar federführend sind, denn nirgendwo wird geschnitten, verändert, verfälscht, und sogar verboten wie hier. Ein Unding für Filmfans wie mich.

Es ist heute wirklich nicht einfach sich durch den Dschungel der Filmveröffentlichungen zu arbeiten. Setzt man auf solche Qualität - bestmögliches Bild- und Tonformat, und dazu komplett ungeschnitten und unverfälscht - dann kann man kaum noch etwas blind kaufen, was in Deutschland veröffentlicht wird, zumindest aus speziellen Bereichen, die eben Erwachsene betreffen. Denn vor allem da wird geschnitten, was das Zeug hält, schließlich hält man von staatlicher Seite uns Erwachsene nicht für erwachsen und mündig genug, selbst zu entscheiden, was für uns gut ist oder nicht, man muß uns die Filmkost entsprechend verändert vorsetzen, was eher schlimmer wird als besser. Wie ich hörte gibt es von deutschen Politikern sogar Bestrebungen das Ganze auf europäischer Ebene durchzusetzen, was hier getrieben wird, das wäre dann wirklich das Aus für das Kunstwerk "Film", was zum Glück aber aufgrund des Vetos anderer Länder bisher nie durchzusetzen war, und was hoffentlich auch so bleiben wird.
Aber es ist, wie gesagt, nicht nur das. Auch mit dem Bild- und Tonformat hapert es immer wieder, insbesondere bei älteren Filmen und Klassikern, wo man falsches vorgesetzt bekommt, auch wenn der Großteil der normalen "Filmgucker" damit zufrieden ist. Denn es ist doch so, daß der durchschnittliche Filmschauer eher das Geld als Qualität im Auge hat und das billigste nimmt, anders lassen sich gewisse Kaufstatistiken nicht erklären. Wie zum Beispiel die für mich und viele andere unsägliche Warner Serie "Endlich auf DVD", wo Filme qualitativ verramscht wurden, um so billig wie nur möglich zu produzieren. Es wurde weggelassen was nur ging, angefangen beim Kapitelmenü, Extras, und auch bei der Qualität wurde gespart. Anfangs gab es noch den Aufkleber "nicht digital remastered", der dann später weggelassen wurde. Tonspuren waren nur noch Mono/Stereo, auch in englisch, selbst wenn im Ausland die selbe Firma etwas besseres produzierte, bei den selben Filmen. In Deutschland aber wurde die Sparschraube angesetzt.

Das ist ein Beispiel. Andere mag es nicht stören, da sie nur auf den Geldbeutel schauen, um dann den Film anzusehen, in welcher Qualität auch immer - diese Gruppe spreche ich hier bewußt nicht an. Sondern es geht um die Menschen, denen der Film als solches eine Leidenschaft ist, woraus resultiert, daß man ihn in entsprechend guter Qualität und Umsetzung sehen möchte - auch und gerade in deutscher Synchronisation. Und daß dies möglich ist weiß jeder, wenn man mal das Beispiel eines großen Klassikers nimmt, wie Ben Hur. Der Film stammt von 1959 und wurde damals im Breitwandformat von 2,76:1 gedreht. Und in 70 mm 6 Track Stereo - und hier haben wir heute auch eine toll aufbereitete deutsche Fassung in solcher Qualität, was zeigt, daß es möglich ist. Das 70 mm Tonformat war quasi der Vorläufer des heutigen digitalen 5.1 Tonformates, was man z. B. auf imdb bei den Filmen nachlesen kann, wie früh Stereo und Mehrkanaltonverfahren angewandt wurden, auch wenn das natürlich noch nicht heutiger Qualität entsprach. Aber Stereo ist kein Produkt der Neuzeit, das gibt es schon lange im Film - nur wurde lange für die deutsche Synchronisation darauf verzichtet, und das noch teilweise bis Ende der 80er Jahre, was die VHS betrifft. So kam ich damit in Berührung, als ich damals VHS Filme gesammelt habe, in meiner "Glanzzeit" über 2000 Filme und Serien, bis dann irgendwann, zunächst nur in den USA, die Laserdisc entwickelt wurde. Aber auch schon vorher änderte sich das Qualitätsbewußtsein auf VHS, als mehr und mehr das Letterbox Verfahren aufkam, leider noch nicht anamorph, und auch Hifi Stereo/Dolby Surround. Jedenfalls bei den größeren Firmen, andere dagegen produzierten weiter ihren qualitativen Müll, so daß ich schon damals von Veröffentlichungen genervt war, weil ich nur das Beste wollte, es aber ein ums andere mal auf deutsch in VHS nicht bekam. Beispiele dafür sind Filme wie "Legende" oder "Lifeforce" in Mono und Vollbild, was dann immer bedeutet, daß ein großer Teil des Gesamtbildes auf dem Fernsehschirm fehlt. Auch das nahmen die Leute damals gerne in Kauf, Hauptsache keine schwarzen Balken auf dem Bildschirm, und ich möchte nicht wissen, wie vielen das sogar bis heute egal ist, oder die lieber nach wie vor ein verstümmeltes Bild lieber hätten, dafür ohne Balken. Für mich wurde das jedenfalls ein frühes großes Ärgernis.
Die US Laserdisc, die ich dann anstatt deutscher VHS zu sammeln begann, hat mir endgültig die Augen geöffnet. Nicht nur, was aktuelle Filme betrifft, sondern auch ältere und Klassiker, die ich damals erstmals in einer Qualität sah, die mich umhaute - quasi wie wenn ich diese Filme zum ersten mal gesehen hätte. Breitwandfilme in vollem Format oder Vollbild zu sehen, das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, und dazu noch Surround statt Mono, also mittendrin statt nur davor, das hat mich schließlich richtig "fanatisch" gemacht, was das Qualitätsbewußtsein betrifft. Das war der Hauptgrund zur Auflösung meiner damals so großen Sammlung, weil mir viele deutsche Versionen dann nichts mehr wert waren, und seither suche ich immer die bestmögliche Veröffentlichung eines Films, auch auf DVD, und sei es auch im fernsten Ausland, wenn nötig. Zum Glück ist das Qualitätsbewußtsein der deutschen Filmindustrie heute auch größer geworden - aber Ausnahmen sind minderwertigere deutsche Fassungen von Filmen deshalb hier beileibe nicht, wie ich für mich leider festhalten muß. Denn wie damals von VHS auf Laserdisc, so wurden mir nun einmal mehr die Augen geöffnet, durch neue Kontakte in der Szene der "qualitätsfanatischen" Filmliebhaber, und darüber möchte ich - nach diesem "Vorspann" - berichten...

Was sind Ärgernisse für Filmfans, was sind Probleme bei deutsch synchronisierten Veröffentlichungen, die gegenüber den Originalen schlechter sind? Wo klemmt es am meisten in Sachen Qualität?
Ich möchte hier erst mal einige Fakten aufzählen:

Ton

Das ist wohl der umstrittendste Teil überhaupt, was Filme anbelangt. Angefangen bei der "Fraktion" der Soundpuristen, bei denen ich verschiedene Extreme wahrgenommen habe, und zu denen ich mich - so - nicht zähle. Denn es gibt nun mal einfach ein original Tonformat, in dem ein Film ursprünglich aufgenommen wurde, sehr oft unbeachtet von der deutschen Synchronisation, wo dann eben aus Stereo oder Mehrkanalton nur Mono umgesetzt wurde. Oder bis heute, wo z. B. in 5.1 Dolby Digital aufgenommen wird, aber wir nur 2.0 Surround Ton bekommen. Soundpuristen, insbesondere bei älteren Filmen und Serien, wollen erst mal eines, die Originalsprecher ohne Neusynchronisation, ganz egal wie falsch ein Tonformat auch sein mag. Wurde es so synchronisiert, dann ist es eben so, und zwischen falscher Synchro und Neusnychro gibt es dann nichts mehr.
Das Thema "Neusynchronisation" ist allerdings auch für mich nicht der Weisheit letzter Schluß, im Gegenteil. Oft genug sieht man heute, daß Firmen das zwar machen, wenn der original deutsche Ton eben nicht gut genug ist, aber dann machen sie es teils so miserabel, daß sich auch diejenigen abwenden, die dafür offen sind, weil es dann einfach nicht mehr zum Film paßt und ihn ebenso verfälscht. So hat man dann auch mal zwar deutschen Stereo- oder Mehrkanalton, wo vorher nur Mono war, aber um welchen Preis? Auch das ist mitnichten der Weisheit letzter Schluß...

So scheint es, die ideale Lösung gibt es nicht. Denn die Firmen sagen uns ebenso, es gibt nichts dazwischen, entweder, oder, denn was einst die Fernsehsender synchronisierten läßt sich heute anders nicht mehr machen, es sei denn eben komplett neu. Und wenn man sich das anschaut, was das Fernsehen damals wirklich verbrochen hat, da nicht nur eben wegen vermeintlichem Jugendschutz gekürzt wurde, dann kriegt man heute das kalte Grausen. Denn ob Film oder Serien, da wurde nach Belieben verändert und verfälscht, angefangen inhaltlich, wenn Dinge nicht gefielen, bis zur Länge, um Sachen anzupassen, was zu solchen Extremen führt in Serien, daß man nicht zwischen englischer und deutscher Tonspur wechseln kann, da ganz unterschiedliche Längen, sondern über das Menü wechseln muß (Beispiel Dallas), oder man bekommt die Serien eben nur gekürzt, wo die Firmen es belassen und nichts neu machen, auch nicht die längeren englischen Originale aufspielen (Beispiel Unsere kleine Farm). Und ebenso bei Filmen. Von kleinen Schnitten bis zum weglassen ganzer Filmteile ist alles Gang und Gebe gewesen - leider bis heute, so daß wir auch bis heute bei vielen Filmen ganz unterschiedliche Versionen haben, und oft genug erscheinen die längeren Fassungen gar nicht in Deutschland. Womit wir auch gleichzeitig beim Thema "Schnitte" sind, die beileibe nicht nur der Zensur wegen stattfinden. Ich nenne hier nur mal folgende krasse Beispiele:

Die Bounty (Mel Gibson)
Original: 132 Minuten
Deutsche Fassung: 102 Minuten

[Bild: 2018921020B.jpg]

Lifeforce (Patrick Stewart)
Original: 116 Minuten
Deutsche Fassung: 97 Minuten

[Bild: 3201281021B.jpg]

[Bild: 3201281022B.jpg]

Legende (Tom Cruise)
US Director's Cut: 114 Minuten (ursprüngliche Fassung wurde wieder hergestellt)
Deutsche Fassung: 86 Minuten

[Bild: 2069101020B.jpg]

[Bild: 2044191020B.jpg]

Tin Man (Mini Serie mit Richard Dreyfuss)
Original: 265 Minuten
Deutsche Fassung: 178 Minuten

[Bild: 4201281020B.jpg]

Harry Potter und die Kammer des Schreckens
Deutsche Schweiz/International: 155 Minuten
Deutsche Fassung: 153 Minuten
(Anmerkung: bis zur eigenen Änderung durch Warner ein Importverbot (!!!) durchgesetzt für die ungekürzte Schweizer Fassung)

[Bild: 1673891020B.jpg]

Solche Veröffentlichungen sind für mich schlicht indiskutabel, und ich würde für solche deutschen Fassungen nie auch nur einen Cent ausgeben. Dann muß es eben die Auslandsfassung sein, wenn, warum auch immer, eine solche Fassung für den deutschen Markt nicht gemacht wird. Puristen der deutschen Synchro oder Günstigkäufer mögen zufrieden sein, andere und ich sind es nicht und schauen sich nach Alternativen um. Dazu kann ich eigentlich noch fast eine Statistik erstellen, die sich durch die gesamte Entwicklung des Heimkino Marktes zieht, und die zeigt, daß letztlich immer schon mit zweierlei Maß gemessen wurde. So sind wir hier in Deutschland immer schon Kunden zweiter Wahl, da der große Markt in Übersee ist, mit den Mutterfirmen der deutschen Filmniederlassungen, was die Majors anbelangt, bestimmt wird aber "drüben". Das haben mir persönliche Kontakte bestätigt, so bei Warner, Paramount, Universal oder Fox, wo ich jeweils schon persönlich wegen Filmen angefragt hatte, und ernüchternde Antworten bekam. Die deutschen Firmen sind wohl nur zum Vertrieb da, bestimmt wird in den USA, was wir bekommen - oder eben auch nicht, und auch, wie ein Tonformat zu sein hat. Beispiele eben wie die Indiana Jones Filme, wo die englische Tonspur remastered wurde, die anderen Sprachen jedoch nicht. Zwar ist das Thema der "Upmixe" auch ein heikles, wo wiederum viele Soundpuristen Sturm laufen, ich stehe dem Ganzen jedoch offen gegenüber und ärgere mich regelmäßig, wenn wir das schlechtere Tonformat haben. Aber so ist die Realität, und die Unterschiede ziehen sich durch alle Formate:

VHS

Nun, hier waren die Unterschiede am deutlichsten. Viele Firmen veröffentlichten ihre Filme sogar in deutsch standardmäßig in Mono und Vollbild, sehr lange Zeit, auch dann, als Dolby Stereo/Surround und Letterbox (nicht anamorph) schon normal waren. Am krassesten war jedoch der Unterschied zwischen VHS und Laserdisc...

Laserdisc

Sicherlich, zu dieser Zeit gab es auch im Bereich der VHS Kaufkassetten schon vieles in Letterbox und Stereo/Surround, aber die beständig abnehmende Bandqualität machte mir mehr als zu schaffen. Oft genug war die Hifi Tonspur irgendwann futsch, und aus einer Hifi Stereo Kassette wurde ein trauriges Mono Band. Dieser Qualitätsverlust war auf Laserdisc nicht mehr gegeben. Die Filme blieben, was sie waren, doch vor allen Dingen eröffnete mir der erstmalige Einstieg in den amerikanischen Markt - goldene Zeiten ohne Beschränkungen und Regionalcode - ganz neue Möglichkeiten. Gerade Filme aus den 80er Jahren und älter, bis hin zu Klassikern, bekam ich erstmals im Kinoformat und Stereo/Surround statt Mono, und dazu noch ungeschnitten, was nicht selten dazu führte, daß ich dachte einen ganz neuen Film zu sehen. Das war ein richtiges Erwachen für mich, weg von mieser Qualität und Beschränkungen, hin zu einem ganz neuen Filmgefühl - und spätestens da stand Qualität für mich an erster Stelle. Und die Unterschiede fielen fortan noch stärker ins Gewicht, ich sah ein ums andere mal, wo wir in deutsch Mono Filme bekamen, die drüben Stereo und/oder Dolby Surround waren. Und nicht zuletzt darf man festhalten, nicht die DVD, sondern die Laserdisc war das erste digitale Medium mit AC 3 5.1 Ton, doch leider war sie einfach zu unhandlich und nicht groß genug im Speichervolumen, daß Filme je nach Länge 2 und 3 Disks brauchten und man wechseln mußte...

DVD

Man kann wohl sagen, zumal sich die Laserdisc bei uns niemals wirklich durchsetzte, daß mit der DVD auch in Deutschland endlich das Qualitätserwachen allgemeiner Art folgte. Nach einem noch holprigen Anfang setzte sich ein Standard durch, der Wert auf bestmögliches Bild und Ton legte - und dennoch blieben die Unterschiede auch in diesem Format. Nicht mehr so bei neueren Filmen, wohl aber bei älteren. Da können wir es ein ums andere mal lesen: Englisch DD 5.1, deutsch entweder DD 1.0 Mono, 2.0 Mono/Stereo oder 2.0 Dolby Surround. Neumasterungen und Aufwertungen blieben die Ausnahme, und wenn, dann oft genug mit verhaßter, schlechter Neusynchro.

Blu-ray

Machen wir uns nichts vor, auch die deutsche Blu-ray tut nichts anderes als alle Formate vorher. Was - scheinbar - nicht mehr zu ändern ist, das bleibt, in der Regel hat der deutsche Ton also auch hier bei älteren Filmen das Nachsehen. Doch noch gravierender ist der Ton bei aktuellen Produktionen. Es gibt zwar einige kleinere Firmen, die standardmäßig deutschen HD Ton produzieren (DD TrueHD & DTS-HD Master Audio), aber ansonsten, bei allen Major Firmen, kann man nur feststellen, HD Ton = Fehlanzeige. Ein ums andere mal heißt es dann z. B.: Englisch DD 5.1 TrueHD, deutsch DD 5.1. Den deutschen HD Ton schenkt man sich also und nützt die Möglichkeiten dieses digitalen Mediums nicht, nur für das Bildformat. Wiederum mögen viele - die meisten? - mit dieser Sparpolitik zufrieden sein, ich bin es nicht. Denn ich sehe es absolut nicht ein nur für ein besseres Bild und interaktive Spielereien deutlich mehr Geld auszugeben - auch wenn ich damit gegen den Strom schwimme. Aber so ist mir das DVD Bild gut genug, wenn ich sonst dafür das Optimum zum jeweiligen Film habe. Mich muß das Gesamtprodukt überzeugen, Bild, Ton, Bonus, Verpackung, und natürlich eine zensurfreie Disk, erst danach entscheide ich mich für den Kauf eines Films. Und was Schnitte und Zensur betrifft, so ist das leider in Deutschland ein ganz großes und niemals endendes Thema...

Zensur

Dieses dunkle Kapitel hat am längsten gedauert, es zu begreifen, da bin ich wirklich zu lange blind durch die Welt gelaufen. Zwar war gerade der Bereich harter Horror für mich lange gar kein Thema, wenn überhaupt, dann eher der gemäßigte, doch nach und nach habe ich dann durch immer mehr mitbekommen, durch Kontakte und Foren. Und als ich erst mal den Durchblick hatte, da war es mit der Ruhe vorbei, es war für mich einfach unfaßbar, was sich in einem Land abspielt, in dem laut Grundgesetz "keine Zensur stattfindet". Es sei denn, Personen, Personengruppen oder der Staat werden angegriffen, oder der Jugendschutz ist gefährdet. Doch keine Frage, wir haben den strengsten Jugendschutz überhaupt weit und breit, und um das geht es doch gar nicht. Nein, es geht um Erwachsenenzensur, um unsere Bevormundung, da uns der Staat praktisch für nicht mündig und reif genug erklärt, mit Filmen umzugehen und selbst zu entscheiden, was gut ist oder nicht, denn wir könnten ja dadurch gefährdet sein. Wer weiß, wie viele potentielle Amokläufer unter uns warten, weil wir solche Filme schauen. Und so muß der Staat mit seinen Institutionen eben eingreifen und uns "schützen", vor uns selbst. Und das tut er, indem unermüdlich zensiert, geschnitten, verstümmelt und verboten wird, ganz bestimmt nirgendwo so viel wie in Deutschland. Na ja, mal abgesehen wie in kommunistischen Ländern wie China und Nordkorea vielleicht, denen wir aber inzwischen längst Konkurrenz machen.
Mag sein, daß der Masse auch das wieder egal ist, und daß man kauft, was immer geht, Hauptsache der Preis stimmt. Aber es gibt sie, die Filmliebhaber, die sich das nicht gefallen lassen und zu jeder anderen Möglichkeit greifen, die sich bietet. Zwar versucht der Staat das zu unterbinden und einiges in die Illegalität zu treiben, aber wenn man sich mit den Gesetzen befaßt, dann sieht man Mittel und Wege, um an gewünschte Filme zu kommen. Die deutsche Zensurpolitik wird man nicht ändern, im Gegenteil, ich befürchte, wo immer möglich werden es unsere Politiker noch verschlimmern, aber ich gehöre nicht zu denen, die alles kommentarlos über sich ergehen lassen. So habe ich mehrere Briefe an zuständige Institutionen geschrieben, nicht, daß das etwas gebracht hätte, außer den üblichen Standardantworten. Aber ich HABE etwas getan, als mündiger, erwachsener Bürger, ich habe meine Meinung vertreten.
Die Folge für mich heute ist, daß alle Filme, grundsätzlich alle, erst eine eingehenden Prüfung standhalten müssen, bevor ich sie kaufe. Die Zeit der Blindkäufe ist endgültig vorbei, und wenn mir die deutsche DVD/BD nicht die bestmögliche Fassung von einem Film bietet, in jeder Weise, dann wird eben im Ausland gekauft. So etwas wie bei "Tin Man", der tollen Mini Serie um die Fantasy Welt Oz, wo für die deutsche Version mal eben ein Dreiteiler zu einem Zweiteiler umgewandelt und sage und schreibe 87 (!!!) Minuten geschnitten wurden, weil Concorde angeblich keine anderen Rechte bekommen hat, wird mir ganz gewiß nicht noch einmal passieren...

Bild

Auch das Bildformat fürs Heimkino hat eine nicht einfache Entwicklung hinter sich. Anfangs wußte auch ich es nicht besser und habe zunächst das Vollbild so genommen wie es war - bis ich erstmals von "Letterbox" gehört habe, und wie eben Kinofilme fürs Heimkino dargestellt werden mußten, um keinen Verlust an den Bildrändern haben zu müssen, was eben einen nicht unbeträchtlichen Teil des eigentlichen Gesamtbildes wegfallen läßt. Dafür wurde ja einst eigens das (von mir dann gehaßte) Pan & Scan Verfahren entwickelt, um das Kinobild an den Fernsehschirmen anzupassen, eben mit dem Verlust eines Großteils des Gesamtbildes durch beschneiden der Ränder auf beiden Seiten, was etwa 33 - 50 % des Kinofilmbildes entspricht, laut Wikipedia. Mit dem Letterboxverfahren stieg die Prozentzahl dann auf immerhin ca. 90 % an.
Ach, was war das für ein Geschrei damals, als es auf VHS anfing, daß Filme im Kinoformat gebracht wurden. Die Leute verstanden es entweder nicht, oder wollten es nicht verstehen, sie wollten keine schwarze Balken, zumal die Fernseher damals im allgemeinen noch kleiner, und 16:9 noch kein Standard waren. Im Zweifelsfall lieber ein gekapptes Vollbild als schwarze Balken. Also schwamm ich alsbald wieder mal gegen den Strom, denn für mich kamen keine Vollbildformate mehr in Frage. Das war auf deutscher VHS damals aber schlicht nicht möglich, erst die US Laserdisc schaffte da Abhilfe. Später dann, im Zeitalter von 16:9, setzte sich das Kinoformat auf dem Bildschirm allmählich durch, und heute ist es zum Glück Standard - von Ausnahmen abgesehen, die es immer wieder mal gibt. Doch das Bild ist nicht mehr meine Sorge, im Gegenteil, seit BD ist es gut wie nie, aber es ist - für mich - nicht allein kaufentscheidend. Das sind alle Kriterien zusammen...

Bonusmaterial

Auch das will ich kurz erwähnen. Vielen Filmsammlern ist das Hintergrundmaterial auch wieder ganz egal, mir nicht. Vielen genügt die Standardfassung, wenn es eine Wahl gibt, mir nicht. Ich interessiere mich sehr für die Hintergründe der Filme, für ihre Entstehung, für Fakten und alles Wissenswerte. Ebenso wie für aufwendige Verpackungen. Und so habe ich immer schon Special Editionen vorgezogen, vor allem im schönen DVD Digipack, das nun mit der schlichten BD Hülle ausstirbt. Auch das konnte mit entscheidend sein, ob ich am Ende eine deutsche oder ausländische Filmfassung kaufte, und eines ist leider Tatsache. Oft genug bekommen wir im Vergleich weniger als im Ausland, oft genug erscheinen dort aufwendige SE Versionen, hier aber nur Standardkost. Und so zeigt sich eben immer wieder das selbe Bild, ob Laserdisc, DVD oder BD, wir in Deutschland, und vielleicht auch in ganz Europa, sind für die Filmfirmen nur Kunden zweiter Klasse. Der Markt wird von den US Firmen bestimmt, die zuerst an ihre Kunden denken, und dann an uns, und die meinen, daß wir mit weniger zufrieden sein dürfen. Doch ich bin das nicht. Und ganz egal ob Zoll, Gebühren, Regionalcode, oder was ihnen sonst noch einfallen mag, es ist mir egal. Ich kaufe die beste Fassung eines Films, egal wie und wo...

Fazit

Wohin bringt mich das nun alles? Zum einen eben zu der Erkenntnis, wie die Dinge wirklich sind, zum anderen dazu, daß ich mir nicht vorschreiben lasse, wie ein Film für mich zu sein hat, oder wo ich ihn kaufen darf. Es ist schon komisch, wenn man bedenkt, daß es sich um Kunst handelt, und ein Regisseur der einzig nicht akzeptierte Künstler weltweit ist. Denn ändert man das Werk eines Bildhauers, weil dies oder das nicht gültigen Regeln entspricht? Oder das Bild eines Malers? Oder den Roman eines Schriftstellers? Nirgends gibt es so viel Zensur und Veränderung wie beim Beruf des Regisseurs, an dessen Werk viele Köche rumwerkeln dürfen wie sie wollen. Und wo sich selbst der Staat einmischt und zensiert. Das akzeptiere ich nicht, denn ich will Filme so, wie sie geschaffen wurden, und mit bestem Bild- und Tonformat dazu. Dafür gehe ich lange Wege, wenn es sein muß, und ein ganz langer hat mich nun an eine Stelle geführt, die ich nicht für möglich gehalten hätte, und die mir noch mal neu die Augen geöffnet hat.
Wie heißt es so schön in der Serie Akte X? Die Wahrheit liegt irgendwo dort draußen. In der Tat, denn was uns die Filmfirmen immer wieder erzählen wollen, daß bestehende Fakten heute nicht mehr geändert werden können, sei es mit Bild oder Ton, und daß bessere Tonqualität nur mit kompletter Neusynchro möglich ist, nun weiß ich, das ist erst mal schlichtweg Quatsch. Denn neue Kontakte haben mir das Gegenteil gezeigt, ja, bewiesen, und das ärgert mich um so mehr. Denn die Firmen wollen sich einfach nur nicht die Mühe machen mit dem, was möglich wäre, oder sie produzieren sogar teils bewußt Müll, obwohl es anders ginge - unglaublich.
Das, was ich mir gewünscht habe, so lange Zeit schon, vieles davon wird nun auf einmal möglich. Dies hier war einfach nur der Einstieg, die "Vorrede" zur Erklärung dessen, was folgt, um die Dinge besser zu verstehen. Und ich werde darüber berichten, über die Arbeit einzelner Menschen - Deutschlandweit - für die Filme zur Leidenschaft, zur Passion geworden sind. Es geht um nicht weniger als die Verwirklichung von Träumen, was manchmal eben doch möglich ist...
Viele Grüße,

Lara for ever
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#2

Vergleich

An dieser Stelle ist es interessant mal einen Vergleich anbringen, aus einer ganz anderen Richtung, zumal ich ja diese Möglichkeit habe, durch verschiedene Erfahrungen. Denn neben meiner eigenen Leidenschaft für Filme habe ich auch noch jene für PC Spiele, bestimmte Richtungen, denen ich schon lange zugetan bin. Und es ist eben nicht nur das spielen selbst, um sich die Zeit zu vertreiben, sondern noch mehr als das fasziniert mich, was Drumherum geschieht, nämlich die Arbeit der sogenannten "Modder". Und dieses Phänomen ist inzwischen weit verbreitet, mit ganz verschiedenen Auswüchsen, aber nicht mehr wegzudenken aus der Spielszene. Laßt mich also des Vergleichs zur Filmindustrie wegen, worauf ich danach zurückkomme, da einen näheren Blick drauf werfen, auf Ähnlichkeiten, und doch am Ende ein Unterschied wie Tag und Nacht...

Modding

Heutzutage ist die Modding Szene für Computerspiele kaum mehr überschaubar. Zu jedem Spiel, wenn ein Editor mit veröffentlicht wird, werden Fans aktiv und beginnen das Originalmaterial zu modifizieren, oft genug mit fantastischen Ergebnissen - und oft genug machen da die eigentlichen Laien den bezahlten Profis der Firmen etwas vor, mit Werken, welche die Originale sogar noch übertreffen. Manchmal nur geduldet vom eigentlichen Spielvertreiber, solange diese Arbeit eben kostenlos geschieht und nicht vermarktet wird, und manchmal sogar mehr oder weniger offen unterstützt. Bis hin zu losen Kooperationen oder begabten Fans, die dann in der jeweiligen Spieleschmiede feste Verträge bekommen, alles schon geschehen. Und für mich ein mehr als faszinierender Faktor.
Ich selbst bin Teil einer solchen Community, in dem Fall für die Serie der "Tomb Raider" Spiele. Da ist der Support seitens zwar Eidos nicht ganz so groß, aber mit dem fünften Spiel wurde der Editor veröffentlicht, und seither werden weltweit neue Levels zu den Spielen gebaut, wobei die Fans sogar die Tools weiter modifizieren, um immer besser und schöner bauen zu können. Und vieles übertrifft die Originalspiele, wir haben da große Werke, die leicht als Vollpreisspiele durchgehen könnten. Das alles ist wie gesagt offiziell geduldet, solange die Modder nichts für das bauen bekommen und ihre Werke ebenso kostenlos veröffentlichen, per Download im Internet...

Der Vergleich zwischen Film- und Spieleindustrie ist alles andere als abwegig. Beides sind sicherlich starke Pfeiler in der weltweiten Industrie, wo Millionen und Milliarden umgesetzt werden, und in beiden Fällen geht es um Medienträger für Privatkunden, wo viel schiefgeht, daß sogar sehr oft minderwertige, unfertige, verbuggte bzw. technisch falsche Ware an die Kunden weitergegeben wird. Nur die Konsequenzen, der Umgang damit im Nachhinein, ist kraß unterschiedlich.
Es ist doch schlicht eine Tatsache, heute gehen die Spielehersteller, zumindest was PC Spiele betrifft, ganz andere Wege als Filmvertreiber. Denn wie oft erleben wir es, daß Spiele trotz hoher Verkaufspreise unfertig, verbuggt und sonstwie verhunzt auf den Markt kommen, und danach muß ein Patch nach dem anderen her, um solche Spiele zu richten und so zu verbessern, daß sie am Ende so aussehen, wie sie eigentlich gleich hätten sein sollen. Und ein Beispiel soll hier zeigen, welche Formen das annehmen kann, und um wieviel anders Spielevertreiber reagieren können als Filmfirmen, die auf Fans kaum mal eingehen, zumindest in Deutschland.

Gothic 3

DAS Beispiel, was PC Spiele betrifft. Ein Spiel, das auf den Markt kam, und das so unfertig war, daß wirklich nichts gestimmt hat. Ein Spiel, das x mal nachgebessert werden mußte, und selbst das reichte nicht aus. Ein Spiel, über das sich das Entwicklerstudio und der Vertreiber entzweit und sogar getrennt haben. Und ein Spiel, das dann nachträglich von Fans, die nicht dafür ausgebildet und bezahlt wurden, weiterentwickelt und verbessert wurde, in vielen Patches, bis hin zu einem guten, funktionierenden Spiel. Wohlgemerkt mit Billigung der Vertriebsfirma, nicht etwa versteckt und heimlich. Im Gegenteil, bei Spielen werden solche Bestrebungen teils sogar unterstützt seitens offizieller Vertreiber.

Eine schöne Sache, wie ich finde, und für die ich mich gerne auf meine Weise engagiere, das aber führt mich zurück zum Filmsektor. Denn dort wäre, wie ich heute weiß, durch engagierte, begabte Fans das gleiche möglich. So viele minderwertige Filme, was Qualität betrifft, könnten im Nachhinein oder sogar gleich verbessert werden, daß auch deutsche Synchronfassungen die bestmögliche Qualität bieten, aber das geschieht nicht. Sei es aus Arroganz, Desinteresse, oder weil man eben mit möglichst geringem Aufwand das Maximum verdienen möchte, ein ums andere mal werden wir - gegenüber den Originalfassungen - mit schlechteren deutschen Versionen abgespeist - und der "Fan" läßt sich das gefallen. Statistiken zeigen, daß es dem Durchschnittsgucker ganz egal ist, wie minderwertig eine deutsche Fassung ist, wenn sie nur nicht viel kostet. Das rechtfertigt alles, sogar eben so Billigserien wie "Endlich auf DVD" von Warner damals.
Traurig, aber wahr, die Spieleindustrie macht es uns vor, wie es geht, aber der Filmindustrie ist es egal, und jegliche private Ambitionen werden im Keim erstickt oder mit Bootleggern gleichgesetzt, die ihre oft minderwertige Ware dann tatsächlich zum Schaden der Filmindustrie finanziell vertreiben. Das ist ganz klar abzulehnen, und ich würde so etwas nie unterstützen, aber wahr ist, daß diese Art von negativem "Modding" heute Gang und Gebe ist, und solche "Ware" sogar auf Seiten wie ebay angeboten wird. Und zwischen so etwas und offiziellen Filmen ist kein Platz in Deutschland, da wird man ganz schnell kriminalisiert und ausgegrenzt...

Fakten

Mehr noch als anderswo wissen wir hier in Deutschland wie das ist mit Filmversionen unzufrieden zu sein. Das reicht von qualitativ minderwertigen Fassungen, über geschnittene Filme bis hin zu Nichtveröffentlichungen, Filme, auf die wir seit vielen Jahren schon vergeblich warten, aber die, warum auch immer, nicht erscheinen. Und das vielleicht niemals. Wenn wir uns dann umschauen, dann gibt es diese Filme vielleicht irgendwo im Ausland, überhaupt oder in besserer Fassung, aber weiter macht man uns dann das Leben schwer. Dinge wie Importverbot, Zollgebühren, Regionalcode - was auch immer, dem Filmfan werden Steine über Steine in den Weg gelegt. Wo die Firmen für Spiele längst andere, kooperative Wege gehen, da streikt die Filmindustrie und macht keinen Hehl daraus, wie egal ihnen die Fans teilweise sind. Ob in Kleinigkeiten oder Extremen, so zum Beispiel, wenn man den Kontakt zu ihnen sucht. Einige antworten überhaupt nicht, andere mit Standardsätzen und Floskeln, und nur wenige setzen sich wirklich mit den Wünschen und Nöten der Kunden auseinander.
Dabei ist es ein großer Unterschied, ob wir uns eben in Deutschland befinden, oder im Mutterland vieler Filmschmieden, den USA. Denn wie ich inzwischen weiß, ob von Filmfans oder Kontakten zu deutschen Niederlassungen von Filmfirmen, in den USA ist man den Kunden gegenüber viel offener. Dort kann es genauso wie bei den Spielen zur Zusammenarbeit kommen, man geht auf Wünsche ein, macht Umfragen, ändert Dinge, die nicht gut sind, während den Amerikanern - ganz offen ausgedrückt - der Rest der Welt völlig schnurz ist. Erst kommt das eigene Land, dann lange nichts, und dann mal sehen, was für den Rest noch bleibt. Ich schreibe hier nicht irgend etwas, sondern was mir selbst konkret von mehr als einem Produktmanager deutscher Niederlassungen gesagt wurde, deren Muttergesellschaften in den USA sitzen. Nicht nur wir Fans, auch die deutschen Firmen selbst rennen da gegen Wände, und wie schon mal erwähnt, sie sind am Ende nicht mehr als die Verteiler dessen, was in den USA für uns gemacht und vertrieben wird. Ohmacht und Hilflosigkeit sind hier die Folge, und Resignation, die sich entweder so in Worten niederschlagen, oder in Schweigen.
Das alles, addiert zur deutschen Bürokratie und der Zensur, zum deutschen Jugendschutzwahn, der in Wahrheit nur darauf abzielt uns Erwachsene zu zensieren, ergibt das Bild, das sich dem Filmfan bietet, wenn er sich für ein wenig mehr interessiert als den Film nur um des Films willen zu kaufen. Und die Konsequenzen, in diesem Fall die negativen, sind fast schon eine logische Konsequenz...

Bootlegs

Ich mag das Wort eigentlich gar nicht schreiben, aber dennoch muß ich wiederum darauf zurückkommen. Davon hab ich ja schon lange Kenntnis, zumal sich dieses traurige Phänomen nicht nur auf den Filmsektor beschränkt, sondern genauso auf andere Medienformen. Auch auf Spiele und CDs, zum Beispiel, und Musikträger sind da vielleicht sogar der größte Markt. Aber eben auch Filme.
Immer wieder sehen wir, daß von Filmen Bootlegs erstellt und vertrieben werden, sprich, der Verkauf gegen Geld, was die Filmindustrie zweifellos schädigt, und was ich trotz allem, was ich hier schon aufgezählt habe, für mich persönlich strikt ablehne. Denn Filme so zu erstellen, ganz zu schweigen von der oft minderwertigen Qualität - so zumindest viele Beschreibungen - und sie dann kommerziell zu vertreiben, ist und bleibt illegal nach unserem Gesetz, mit strafrechtlicher Verfolgung, und zu Recht, wie ich meine. Und daher für mich nicht akzeptabel, auch wenn es für Filmfans verlockend sein mag, wenn Filme, die es so nicht gibt, dann plötzlich doch zu haben sind. Eben auch in deutscher Version, wo es offiziell keine gibt. Das muß natürlich jeder für sich selbst entscheiden, wie er mit diesem Thema umgeht, ich für meinen Teil habe noch nie solch ein Medium besessen und werde das auch nie.
Es ist natürlich schade, wenn so vieles nicht auf dem Heimkinomarkt erscheint, zumal es eigentlich möglich wäre, nur weil die Bürokratie, das Geld und Rechtsstreitereien ein Ergebnis verhindern, wie wir immer wieder erleben müssen, oder noch banaler, daß Firmen zwar Rechte, aber keine Lust haben, das eine oder andere zu vertreiben. Meist wiederum aus finanziellen Überlegungen heraus. Der Dumme ist in jedem Fall der Filmfan, wenn er nicht gerade vielsprachig ist und seinen Film anderweitig holt - auch gegen alle in den Weg gelegten Steine - denn für diejenigen, die nur deutsch als Sprache haben, werden die Möglichkeiten schnell eng, und so kann das schielen nach Bootlegs sehr naheliegen. Zumal es heute durch das Internet nicht mehr schwer ist da ranzukommen.
Seiten wie ofdb z. B. informieren nicht nur über Filmversionen, sondern listen die Bootlegs gleich noch mit auf, Internethändler für Filme, normalerweise mit Sitz im Ausland, nehmen Bootlegs sogar ins Programm mit auf und vertreiben sie, so geschickt, daß man nur durch genaue Informationen weiß, in welchem Falle es sich hier um Bootlegs handelt.
Ein Beispiel. Wenn man bei ofdb den Film "Hellraiser - das Tor zur Hölle" eingibt, dann erscheint gleich eine ganze Liste von Medien. Es steht auch jeweils dabei, ob geschnitten oder ungeschnitten. Seltsam nur, wie das sein kann, ist dieser Film doch niemals in Deutschland auf DVD erschienen, und die VHS, damals noch vertrieben von Highlight, ist längst vom Markt. Dennoch erscheinen da insgesamt sieben deutsche DVD Versionen unterschiedlicher Firmen - bei näherem Hinsehen allesamt Bootlegs. Eine offiziell legale Version gibt es also nicht, da sich niemand findet, der diesen Film bringen will, also werden eigene Versionen erstellt. Der geneigte Fan kann sich so genau informieren, was das jeweilige Bootleg erhält, dann sucht er nur noch die verschiedenen deutschen Händler ab, in diesen Kreisen wohl bekannt, wie und wo man suchen muß, und schon kann man diese Versionen kaufen. Das ist, wie gesagt, leider schon verlockend.
Und seien wir mal ehrlich, auch denen, die mit englisch gut können, wird der Import von ausländischen DVDs oder Blu-rays nicht einfach gemacht. Der Regionalcode ist dabei kein Problem mehr, denn wer auf den internationalen Markt setzt besitzt heute einen Regionalcode Free Player. Aber da Filme aus dem Ausland nicht von unserer FSK geprüft sind, und da sie sich teils von unseren Versionen unterscheiden, vor allem in hier geschnittenen Versionen, setzt man sich gleich wieder dem Gefühl aus etwas unrechtes zu tun, und angst vor den Behörden und dem Zoll ist da nicht ganz unbegründet. In unserem Staat, wo ja Zensur laut Gesetz nicht stattfindet, aber zensiert wird, daß sich die Balken biegen, kann man daher nur ein Fazit ziehen...

Traurige Erkenntnis

Tja, es ist eine Tatsache. Wo die Spieleindustrie offen ist, auf Fans zugeht und mit ihnen kooperiert, da versagt die Filmindustrie komplett. Angefangen beim Staat, der nicht aufhört uns vorzuschreiben, welchen Film wir in welcher Fassung zu sehen haben - als Erwachsene, wohlgemerkt - über die Filmindustrie, die hier Willkür walten läßt oder nur das tut, was die Mutterfirmen sonstwo vorschreiben, denen wir hier völlig schnurz sind, bis hin zur Masse der Fans, denen es im Gegensatz zu PC Spielern ebenso schnurz ist, welche Qualität ein Film bietet, zwingt uns alles zu dem Ergebnis, daß optimale Qualität für Filme hier oft genug ein Traum ist und bleibt. Und das trotz der Tatsache, daß es besser ginge, was aber die Filmfirmen nicht juckt...

Superman 1 & 2 - extreme Beispiele

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Am Ende erwähne ich einfach noch ein offizielles Beispiel, von Warner, die in Deutschland mit der ultimativen Fassung der Superman Filme glänzen wollten, und dafür große Boxen erstellt haben, mit viel Bonus und neuen Fassungen, so daß man nun da jeweils den neuen Cut und die Kinofassung zusammen hat, eigentlich ein Traum für jeden Filmfan. Aber bei näherem Hinsehen entwickeln sich beide Fassungen als Mogelpackungen, sowohl für Teil 1, als auch für Teil 2.
Was wurde gemacht? Teil 1 wurde verlängert mit neuen Szenen, also mußte eine komplett neue deutsche Synchronisation her - die ist zwar nun auch in deutsch in 5.1, aber die Sprecher? Na ja. Das schlimmste ist aber die Kinofassung. Damals ein Kinohit und Kassenschlager, der das dreifache seiner Kosten eingespielt hat, und einer der ersten Dolby Stereo Filme damals bei Warner, bei dem man es nicht fertigbringt die original Dolby Stereo Fassung in deutsch, die damals im Kino angeblich so ausgestrahlt wurde, zu rekonstruieren. Statt dessen werden wir mit einer 1.0 Mono Fassung abgespeist, während die englische Tonspur auch dazu in bestem 5.1 erklingt.
Und das selbe mit Teil 2. Der neue Richard Donner Cut, der seine damals unvollendete Version doch noch machen durfte, er wurde gar nicht synchronisiert, sondern liegt nur in englisch vor. Der rein deutsche Filmfan hat davon also gar nichts. Denn die Kinofassung dagegen ist wiederum nur 1.0 Mono, obwohl ein Dolby Stereo Film, der dazu bereits seit vielen Jahren im Fernsehen in Stereo/Surround ausgestrahlt wird, wohlgemerkt in deutscher Sprache und Originalsynchronisation (die dafür aber das falsche Bildformat hat...). Dennoch macht Warner solch einen Murks, und rechtfertigen muß man sich natürlich vor niemandem, weil ein Branchenriese das nicht nötig hat, und weil der geneigte Fan trotzdem kauft, was soll's. Darauf werde ich aber später noch mal separat eingehen, in den Filmbesprechungen, welche dem allgemeinen Bereicht folgen...

Fazit

So ist das in Deutschland. Das Extrembeispiel "Superman 2" zeigt es deutlich, der rein deutschsprachige Fan hat in diesem Fall die Wahl zwischen Pest und Cholera. Er kann bei "Superman 2" im Fernsehen eine Stereo Fassung des Films sehen, dafür mit falschem Bildformat, oder er kann im Heimkino das korrekte Bildformat sehen, aber mit falschem Ton. Ein Beispiel von vielen, wo es auf dem deutschen Heimkinomarkt einfach nicht stimmt. Und solange da nicht ein komplettes Umdenken von allen Seiten stattfindet, woran ich nicht glaube, wird sich hier nichts ändern.
Einem leidenschaftlichen Filmfan und -sammler wie mir, der stets nur die optimale Filmqualität haben will, bleiben daher nicht viele Möglichkeiten. Er kann das Minderwertige, was man ihm vorsetzt, akzeptieren oder auf viele Filme verzichten, die minderwertig oder gar nicht vorhanden sind. Oder, wenn er mehrsprachig ist, kann er ausländische Fassungen beziehen, immer mit der Möglichkeit am Rande der Illegalität zu stehen. Die optimale deutsche Fassung aber wird er oft, sehr oft, nicht bekommen, weil man das in Deutschland nicht will und nicht fördert, aus allen genannten Gründen. Alternativen wären möglich, werden aber nicht zugelassen. Traurig, aber wahr - armes Deutschland...
Viele Grüße,

Lara for ever
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