23.10.2012 15:29
Vor ein paar Tagen habe ich "Die Wand" von Marlen Haushofer gelesen. Da die Handlung extrem dünn ist, ist es schwierig darüber zu schreiben ohne zu spoilern.
Ich bin etwas hin und her gerissen. Die Prämisse fand ich sehr spannend, hab dann aber (auch aufgrund des Hypes) deutlich mehr erwartet.
Einerseits fand ich die unsentimentale Art der Protagonistin, mit ihrer Isolation und Verlusten fertig zu werden, ganz sympathisch. Auch fand ich gut, dass die Natur hier nicht als romantisierter Gegenentwurf zur Zivilisation dargestellt wurde. Auch fand ich viele Gedanken wieder, die ich selbst auch schon hatte.
Andererseits ließe sich das Buch auf gut ein Viertel des Umfanges einkürzen, wenn man diese Katzen-Geschichten und Wiederholungen diverser Tierfütterungen weglassen würde.
Das tut irgendwann wirklich nichts mehr zur Sache. Gerade in der Mitte hat das Buch daher extreme Längen. Warum nutzt die Autorin so viele Seiten auf Wiederholungen und Nebensächlichkeiten, wenn andererseits nicht ein Wort darüber fällt, wie ganz offensichtliche Probleme gelöst werden müssen. Wo geht sie beispielsweise auf Klo?
Und immer wenn ich dachte, jetzt bekommt man mal einen tieferen Einblick in die Gedanken der Frau, wer sie war, wie sie sich aufgrund der Extremsituation wandelt und so weiter...
Fehlanzeige! Stattdessen wieder endlose, oberflächliche Schilderungen von Tierfütterungen, Holzhacken und Kartoffelanbau.
Die extreme Vermenschlichung der Tiere und die Rolle des Mannes am Ende des Buches lässt mich auch vermuten, dass die Autorin ein Problem mit Menschen und insbesondere mit Männern hat. Sie scheint ja niemanden besonders zu vermissen oder zu betrauern, nicht einmal ihre eigene Familie.
Vielleicht will die Frau mit ihrer tierischen Ersatzfamilie sogar hinter der Wand bleiben, ansonsten würde sie irgendwie versuchen auszubrechen. Mir ist jedenfalls unverständlich, wie schnell sie sich mit ihrer Situation abfindet.
Je länger ich darin las, umso mehr dachte ich, dass das eher ein Buch für Hausfrauen ist, die auch
a) ihren Mann hassen
b) ihren einzigen Lebensinn im Betüddeln von anderen finden
c) Tiere (insbesondere Katzen) als besse Menschen empfinden und
d) mit der modernen Welt emotional überfordert sind.
Ich finde mich jedenfalls eher in Chuck Noland aus "Cast Away" wieder als in dieser Tante.
Kann man mal lesen, als Weltliteratur würde ich das allerdings nicht bezeichnen.
Ich bin etwas hin und her gerissen. Die Prämisse fand ich sehr spannend, hab dann aber (auch aufgrund des Hypes) deutlich mehr erwartet.
Einerseits fand ich die unsentimentale Art der Protagonistin, mit ihrer Isolation und Verlusten fertig zu werden, ganz sympathisch. Auch fand ich gut, dass die Natur hier nicht als romantisierter Gegenentwurf zur Zivilisation dargestellt wurde. Auch fand ich viele Gedanken wieder, die ich selbst auch schon hatte.
Andererseits ließe sich das Buch auf gut ein Viertel des Umfanges einkürzen, wenn man diese Katzen-Geschichten und Wiederholungen diverser Tierfütterungen weglassen würde.
Das tut irgendwann wirklich nichts mehr zur Sache. Gerade in der Mitte hat das Buch daher extreme Längen. Warum nutzt die Autorin so viele Seiten auf Wiederholungen und Nebensächlichkeiten, wenn andererseits nicht ein Wort darüber fällt, wie ganz offensichtliche Probleme gelöst werden müssen. Wo geht sie beispielsweise auf Klo?
Und immer wenn ich dachte, jetzt bekommt man mal einen tieferen Einblick in die Gedanken der Frau, wer sie war, wie sie sich aufgrund der Extremsituation wandelt und so weiter...
Fehlanzeige! Stattdessen wieder endlose, oberflächliche Schilderungen von Tierfütterungen, Holzhacken und Kartoffelanbau.
Die extreme Vermenschlichung der Tiere und die Rolle des Mannes am Ende des Buches lässt mich auch vermuten, dass die Autorin ein Problem mit Menschen und insbesondere mit Männern hat. Sie scheint ja niemanden besonders zu vermissen oder zu betrauern, nicht einmal ihre eigene Familie.
Vielleicht will die Frau mit ihrer tierischen Ersatzfamilie sogar hinter der Wand bleiben, ansonsten würde sie irgendwie versuchen auszubrechen. Mir ist jedenfalls unverständlich, wie schnell sie sich mit ihrer Situation abfindet.
Je länger ich darin las, umso mehr dachte ich, dass das eher ein Buch für Hausfrauen ist, die auch
a) ihren Mann hassen
b) ihren einzigen Lebensinn im Betüddeln von anderen finden
c) Tiere (insbesondere Katzen) als besse Menschen empfinden und
d) mit der modernen Welt emotional überfordert sind.
Ich finde mich jedenfalls eher in Chuck Noland aus "Cast Away" wieder als in dieser Tante.
Kann man mal lesen, als Weltliteratur würde ich das allerdings nicht bezeichnen.